Ist eine nachträgliche Dachbeschichtung sinnvoll?
Fragen und Antworten zur nachträglichen Dachbeschichtung aus der Sicht des Dachdeckers / Bausachverständigen.
Von D. Clausen - Dachdeckermeister & Bausachverständiger
Viele Interessenten sind durch stets wiederkehrende Behauptungen über den Sinn und Zweck einer nachträglichen Dachbeschichtung verunsichert.
Informieren Sie sich hier über die meist zitierten Vorbehalte gegenüber Dachbeschichtungen.
9 Punkte zu nachträglichen Dachbeschichtungen
1. Behauptung:
Nachträgliche Beschichtungen, z. B. mit Acrylaten, können die keramischen Eigenschaften des Dachziegels negativ beeinflussen, beispielsweise Abtrocknungsverhalten und Frostbeständigkeit.
Richtig ist:
Die Hersteller von Dachsteinen und Dachziegeln verwenden auch Dachfarbe. Die Farbe ist dampfdiffusionsoffen, dichtet die Oberfläche ab und es dringt keine Feuchtigkeit ein. Regenwasser wird schneller abgeführt und die Dachoberfläche trocknet schneller ab. Weil keine Feuchtigkeit eindringen kann, sind auch keine Frostschäden zu befürchten.
2. Behauptung:
Die UV-Beständigkeit von nachträglichen Beschichtungen ist im Regelfall nicht nachgewiesen.
Richtig ist:
Reinacrylat ist extrem wasserfest, UV - stabil und unter der ständigen Kontrolle des Herstellers. Der Hersteller von Dachfarben wird heute vom Gesetzgeber mit in die Gewährleistung genommen und ist somit für eine gute Qualität verantwortlich - wie auch der Verarbeiter.
3. Behauptung:
Die Verlängerung der Lebensdauer ist eine reine Behauptung.
Richtig ist:
Die Lebensdauer des Daches kann wesentlich verlängert werden. Die Hersteller von Betondachsteinen sprechen von 70 – 80 Jahren bei entsprechender Pflege.
4. Behauptung:
Nachträgliche Beschichtungen führen zu stumpf wirkenden Erscheinungsbildern der Dachflächen.
Richtig ist:
Engobierte oder glasierte Dacheindeckungen werden in der Regel schneller stumpf als Dachfarben.
5. Behauptung:
Die Farbechtheit wird angezweifelt.
Richtig ist:
Bei der Verarbeitung von Reinacrylaten ist die Farbechtheit gegeben. Die Hersteller und Verarbeiter achten stets auf Farbzusammensetzung und Verarbeitung.
6. Behauptung:
Die werblichen Aussagen in Bezug auf Dachbeschichtungen sind nicht nachvollziehbar und zum Teil ohne Nachweis.
Richtig ist:
Der Nachweis über beschichtete und intakte Dächer kann zu jeder Zeit geführt werden.
Die Gegner der Dachbeschichtungen zeigen natürlich nur die Arbeiten der sogenannten "schwarzen Schafe" aus der Branche.
7. Behauptung:
Produktdatenblätter oder Prüfzeugnisse liegen entweder nicht vor oder enthalten nur Behauptungen.
Richtig ist:
Bei seriösen Dachfarbenherstellern liegt alles vor und die angegebenen Produkteigenschaften sind richtig. "Schwarze Schafe" der Branche arbeiten mit Billigprodukten minderer Qualität - seriöse Dachbeschichter nie!
8. Behauptung:
Reinigungsvorgänge auf dem Dach führen erfahrungsgemäß zu mehr Schäden, als sich durch Grünbildung einstellen würde.
Richtig ist:
Bei sorgfältiger Reinigung und Prüfung der Dachsubstanzen ist dies nicht der Fall. Überlappungsbereiche müssen seitlich und sorgfältig gereinigt werden. Pilze und Moose beschleunigen den Verfallsprozess.
9. Behauptung:
Auf Dachziegeln haben Beschichtungen nichts zu suchen.
Richtig ist:
Dachziegelhersteller und Gegner der Dachbeschichter wollen selbstverständlich ältere Ziegeldächer erneuern. Betondachsteinhersteller beschichten selber zum Teil auch heute hochwertig.
Wichtig ist das Produkt und die saubere, fachgerechte Arbeit der Hersteller und Verarbeiter!
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